KM-Pflegedienst  
KM-Pflegedienst:     Springerpool am Klinikum
Ausbildung zum Orthoptisten

Schwester Anke Baier
Schwester Anke Baier ist seit fünf Jahren im Springerpool tätig; Foto: Grau

Im "fliegenden Wechsel" durchs Klinikum

Springerpool bewährt sich seit fünf Jahren

Im Spätsommer 2000 sprachen wir mit Rita Hoenicke erstmals über die Idee, am Klinikum einen "Springerpool" einzurichten. Ein Jahr später berichtete die Koordinatorin des Pools, dass sich der Einsatz der "Pflegefeuerwehr" am Klinikum bewährt hat. Und sie hoffte, dass das zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt auch über das Jahr 2002 hinaus verlängert wird.

Fast jeder Tag ist wie eine Fortbildung

Am 1. November 2005 feierte der Springerpool sein Fünfjähriges, aus zaghaften Anfängen ist eine feste Institution am Universitätsklinikum Jena geworden. "Der Springerpool ist im Pflegedienst des Klinikums schon längst nicht mehr wegzudenken", sagt Schwester Anke Baier, die nach 15-jähriger Tätigkeit an der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in den Springerpool wechselte und als Einzige von Anfang an dabei ist. "Ich habe mich damals für den Springerpool entschieden, weil mir die flexiblere Arbeitszeit gefiel und mich die Herausforderung, meinen fachlichen Horizont zu erweitern und jeden Tag etwas Neues zu erleben, reizte, denn wenn man als ‚Springer’ arbeitet, ist fast jeder Tag wie eine Fortbildung." Mit vier Mitarbeiterinnen hat der Springerpool im November 2000 begonnen und niemand wusste, ob das Angebot von den Schwestern und Pflegern auf den Stationen auch wirklich angenommen wird. Das änderte sich schnell, schon bald wussten die Stationsschwestern die Einsatzbereitschaft und Professionalität der "Springer" zu schätzen.

Auf ständig wechselnde Aufgaben einstellen

Immer wenn es auf einer Station "brennt" - vor allem bei kurzfristigen Erkrankungen von Kolleginnen -, werden die Mitarbeiterinnen des Springerpools - inzwischen sind hier 22 Kranken- und Kinderkrankenschwestern tätig - gerufen. Eingesetzt werden sie auf allen Stationen. Anke Baier war in den letzten fünf Jahren außer in der Kinderklinik - hier arbeiten nur ausgebildete Kinderkrankenschwestern -, der Klinik für Psychiatrie und der KMT-Station schon in allen Pflegebereichen des Klinikums im Einsatz. "Zumeist bleiben wir nur einen oder zwei, manchmal auch drei Tage, dann geht es weiter. Da ist man jeden Tag voll gefordert und Stationsroutine kann gar nicht erst aufkommen. Außerdem wird man ungemein flexibel und lernt, sich sehr schnell auf die ständig wechselnden Aufgaben einzustellen." Die Schwestern des Springerpools werden vor Beginn ihrer Tätigkeit auf verschiedenen Stationen eingearbeitet, bei Anke Baier waren das die HNO-Klinik, die Neurochirurgie und die Innere, dennoch gleicht der Einsatz mitunter einem Sprung ins kalte Wasser, denn die "Springer" müssen die ausgefallenen Kolleginnen fachlich vollständig ersetzen. "Doch das funktioniert eigentlich sehr gut", sagt Schwester Anke Baier, "zumal wir von den Kolleginnen auf den Stationen von Anfang an sehr gut aufgenommen wurden, alle sehr aufgeschlossen und hilfsbereit sind und sich freuen, wenn sie personelle Unterstützung erhalten." Und sie schätzen die fachlichen Qualitäten der Kolleginnen auf Zeit.
"Springer" kommen am Klinikum viel herum und können am besten beurteilen, wo es beispielsweise in der Organisation der Pflege noch Verbesserungsbedarf gibt. "Ich würde mir eine einheitliche Pflegedokumentation am Klinikum wünschen, vor allem die Kurvenführung - hier sind unter anderem die Blutwerte und die ärztlichen Anordnungen verzeichnet - sollte unbedingt vereinheitlicht werden."
Danken möchte Anke Baier der Koordinatorin des Springerpools, Rita Hoenicke, "die sich trotz ihrer Tätigkeit als Pflegedienstleiterin der Kinderklinik für den Springerpool enorm engagiert, stets ansprechbar und hilfsbereit ist und für unsere Probleme immer ein offenes Ohr hat." mv

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Orthoptist
Orthoptisten-Schülerin Sara Möckel führt eine Schielwinkelmessung mittels Prismenleisten durch; Foto: Richter

Interessanter Beruf mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

Klinikum bietet 2006 Ausbildung zum Orthoptisten an

Das neue Ausbildungsjahr hat eben erst begonnen, doch schon heute machen sich zahlreiche Jugendliche, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, Gedanken über ihre berufliche Entwicklung. Denn ein Jahr vergeht schnell, und interessante Ausbildungsplätze sind ebenso rar wie begehrt.
Im kommenden Ausbildungsjahr - Ausbildungsbeginn ist am 31. August 2006 - wird am Klinikum wieder eine Ausbildung zum Orthoptisten angeboten. "Orthoptisten gehören zur Gruppe der medizinischen Assistenzberufe in der Augenheilkunde. Sie sind an der Vorsorge, Untersuchung und Behandlung von Störungen des ein- bzw. beidäugigen Sehens, die durch Schielerkrankungen, Sehschwäche, Fehlsichtigkeiten und Augenzittern hervorgerufen werden können, beteiligt und tragen in ihrem Tätigkeitsbereich ein hohes Maß an Eigenverantwortung", erläutert Antje Greuel, die an der Sehschule der Klinik tätig ist. Zu den Schwerpunktaufgaben von Orthoptisten gehören die Behandlung von Schielpatienten, die Brillenbestimmung bei Kindern und Erwachsenen sowie die Anpassung von vergrößernden Sehhilfen, wozu neben Brillen auch Lupensysteme und Bildschirmlesegeräte gehören. Sie bestimmen die Sehschärfe und den Schielwinkel, vermessen das Gesichtsfeld der Patienten, passen Kontaktlinsen an und assistieren bei den verschiedensten augenärztlichen Untersuchungen. Außerdem bereiten sie die Patienten für Schiel-Operationen vor. Die Assistenz bei einer solchen OP ist Teil des Ausbildungsprogramms. Im kommenden Ausbildungsjahr, so Antje Greuel, werden am Klinikum 12 Ausbildungsplätze zum Orthoptisten angeboten. Die Auszubildenden müssen das 17. Lebensjahr vollendet und einen guten Realschul- bzw. einen gleichwertigen Schulabschluss haben. Der theoretische Teil der dreijährigen Berufsausbildung erfolgt an der SBBS für Gesundheit und Soziales Jena, der praktische an der Universitäts-Augenklinik.
Und wie sind die Berufschancen? "Wie in vielen anderen Berufen haben auch Orthoptisten in den alten Bundesländern bessere Chancen als in den neuen. Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung werden aber auch hier zunehmend Orthoptisten benötigt. Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung ist allerdings ein hohes Engagement und ein guter Abschluss der Ausbildung." Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Orthoptisten sind in Augenkliniken, allgemeinen Krankenhäusern, neurologischen Kliniken und Praxen niedergelassener Augenärzte, aber auch in Frühförderstellen für sehbehinderte Kinder, Rehabilitationzentren sowie Einrichtungen für Sehbehinderte und Blinde tätig. mv


Bewerbungsende ist am 31. März 2006
Bewerbungen sind zu richten an:
Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales
Rudolf-Breitscheid-Straße 56-58
07747 Jena, Tel. 03641/355713

Interessierte wenden sich an:
Ute Finkbeiner (Fachrichtungsleitung ), Tel. 03641/933601 oder
Antje Greuel (Lehrer Fachpraxis), Tel. 03641/933802

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