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Wir über uns

Tagungsrhythmus und Tagungsdauer:
Die Thüringische Gesellschaft für Chirurgie tagt einmal im Jahr. Der Termin liegt im Monat Mai. Der Tagungsort ist variabel. Die Dauer der Tagung erstreckt sich über zwei Tage und findet immer an einem Freitag und Samstag statt. Bis 1993 wurden zwei Tagungen im Jahr, eine Frühjahrs- und eine Herbsttagung von jeweils einen Tag durchgeführt.

Förderung junger Wissenschaftler:
1. Der Verein vergibt jährlich den “Nikolai Guleke-Preis”. Er ist mit 1.500,- EUR dotiert.
Anhang zur Satzung(§11) -Nov. 2011

Stipendium der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie:
Die Thüringische Gesellschaft vergibt seit 1998 nach einem Beschluß des Vorstandes von 1997 an ein oder zwei junge Chirurgen (Alter bis 35 Jahre) ein Weiter- bzw. Fortbildungsstipendium in Höhe von 1.000,- EUR. Über den Antrag mit Angabe zu bisherigen klinischen und wissenschaftlichen Arbeiten und zum Zweck des Stipendiums wird vom Vorstand entschieden. Erstmals wurde das Stipendium auf der Jahrestagung 1998 in Arnstadt an Frau Dr. Christine Stroh, Gera, vergeben („Aufgaben auf dem Gebiete der Adipositaschirurgie”). Den Stipendiaten wird auf einer der folgenden Tagungen die Möglichkeit des Referierens über das spezielle Aufgabengebiet eingeräumt.

Arbeitsgemeinschaft der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie:
1991 wurde unter damaligem Vorsitz der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie Herrn Prof. Dr. H. Schröder und maßgeblicher Mitarbeit von Herrn Oberarzt Dr. Kähler, Jena eine Arbeitsgemeinschaft der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie für Chirurgische Endoskopie initiiert. Diese Arbeitsgruppe tagt einmal im Jahr an verschiedenen chirurgischen Einrichtungen Thüringens. Sie soll dazu beitragen, die Endoskopie in den Chirurgischen Abteilungen und Kliniken der Krankenhäuser Thüringens weiter zu etablieren und zu entwickeln. Diese Tagungen finden teils als Tagungen der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Endoskopie in der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie statt.

Publikation:
Das Publikationsorgan der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie ist das Zentralblatt für Chirurgie.

Eindeutiges Votum für ein Fortbestehen der Thüringer Gesellschaft für Chirurgie e. V.
Die Thüringische Gesellschaft für Chirurgie (TGC) ist als eine der medizinisch-wissenschaftlichen Nachfolgeorganisationen aus der ehemaligen Vereinigung Mitteldeutscher Chirurgen hervor gegangen. Nicolai Guleke, von 1919 bis 1951 Ordinarius für Chirurgie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat mit Schreiben vom 20.10.1946 über den Dekan der Medizinischen Fakultät um die Einholung der erforderlichen Genehmigung für eine 1. Jahrestagung nach dem Krieg durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) gebeten. Von der SMAD wurde dann am 21.05.1947 die Bildung einer Medizinisch-Wissenschaftlichen Vereinigung erlaubt. Die Tagung fand erstmals vom 2. bis 5.10.1947 im Chirurgischen Hörsaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. Sie nahm trotz widriger nachkriegsbedingter Umstände einen außerordentlich erfolgreichen Verlauf. Anwesend waren ca. 150 Chirurgen. Am 5.10.1947 wurde dann die Bildung der Medizinisch-Wissenschaftlichen Gesellschaft für Chirurgie an der Universität Jena beschlossen. Seit dem 4.05.1979 trägt unsere Gesellschaft dann den aktuellen Namen. Sie hatte sich zu einer der mitgliederstärksten Regionalvereinigungen in der DDR entwickelt und zählte 1989 mehr als 450 Mitglieder.
Am Freitag, den 28.09.2007, fand in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena eine Festveranstaltung anlässlich des 60. Gründungsjubiläums der Gesellschaft statt. Das Grußwort der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie überbrachte ihr 1. Vizepräsident Hr. Prof. Dr. med. H. U. Steinau. Die Festveranstaltung war Anlass zum Rückblick.
Die zahlreich erschienen Ehrenmitglieder der Gesellschaft wurden durch Prof. Dr. Bartel würdig vertreten. In einem eindringlichen Appell berichtete er zur Geschichte der Gesellschaft als einer, der sie erfahren hatte und der die Zeit hautnah erleben durfte. Prof. Bartel ist Mitglied unserer Gesellschaft seit 45 Jahren. Er hat der Gesellschaft als Vorsitzender, als Kassenwart, als Schriftführer – also in allen möglichen Funktionen gedient. In seiner sehr persönlichen und kurzweiligen Reflexion der Geschichte hob er hervor, was die Gesellschaft für ihn in den Jahren seiner aktiven Laufbahn bedeutet hatte. Sie begleitete ihn in seiner Ausbildung zum Facharzt, Oberarzt und Hochschullehrer. Sie half ihm im Ringen um die optimale Betreuung der Patienten auf den Boden wissenschaftlicher Erkenntnisse und Verfahren. Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft der Gesellschaft sah er – in Anlehnung an eine chinesische Weißheit – in der Weiterbildung künftiger Chirurgengenerationen.
Aus zahlreichen Meinungsäußerungen unserer Mitglieder ging hervor, dass die Gesellschaft über die 60 Jahre ihres Bestehens geeignete Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Austausch bot. Sie hat den Fortschritt in der Region Thüringen auf dem Gebiet der Chirurgie allgegenwärtig begleitet. Die Zeit war geprägt von einer zunehmenden Spezialisierung und einer damit verbundenen Interdisziplinarität. Mit der politischen Wende hatte sich die Hoffnung von Prof. Guleke, der immer auf die führende Rolle der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, nämlich für ganz Deutschland hoffte und dies in der Gründungsrede auch hervorhob, wieder erfüllt.
Gegenwärtig findet die wissenschaftliche Auseinandersetzung auf dem Gebiet der Chirurgie auf sehr vielen gesellschaftlichen Ebenen statt. Nahezu wöchentlich können in Deutschland gute Kongresse und Workshops besucht werden. Dem Interessierten sind kaum Grenzen für eine fundierte Weiterbildung gesetzt. Große Aktivitäten mit zukunftsweisenden Inhalten werden seit über 100 Jahren von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und aktuell in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden der Chirurgen organisiert. Ein wesentliches Glied in der Kette wissenschaftlicher Aktivitäten sind die regionalen Chirurgenvereinigungen unseres Landes.
Unsere Gesellschaft sieht ihre wesentliche Aufgabe in der Förderung der kollegialen Beziehungen zwischen allen Chirurgen auf fachlichen und menschlichen Ebenen über sämtliche Versorgungsstufen hinweg. Sie schafft den lokalen Rahmen für einen interdisziplinären Austausch und ist gerade für junge Wissenschaftler oft der erste Anlaufpunkt um Forschungsergebnisse in Klinik und Experiment einem fachkundigen Zuhörerkreis vorzustellen. Hier können sich junge Kollegen erste Sporen verdienen und sich in der wissenschaftlichen Diskussion üben. Sie können darauf vertrauen, dass ihnen eine wohlwollende Atmosphäre entgegen gebracht wird. Chirurgentreffen einer Region dienen dem Austausch von Erfahrung in der täglichen Arbeit. Dabei sind Einzelfalldiskussionen, wie wir aktuell aus Akademiegesprächen wissen, von besonderer Bedeutung für die Weiterbildung des Einzelnen. Unverzichtbarer Bestandteil waren und sind unsere Gesellschaftsabende, in denen man sich in aufgelockerter Atmosphäre begegnen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, die Spezialisten unserer Region zusammen zu führen. Sie sind nützlich für die Entwicklung der Chirurgie und haben ihre wissenschaftliche Heimat natürlich in einer überregionalen Chirurgenvereinigung, in der sie ihr Spezialistentum effektiv entwickeln können. Ihre regionale Bedeutung jedoch entfalten sie wirkungsvoll im interkollegialen Austausch vor Ort. In den 60 Jahren des Bestehens dieser Regionalgesellschaft hat sich eine spezielle Thüringer Tradition im Wissenschaftsaustausch, im kollegialen Miteinander, in der gegenseitigen Hilfsbereitschaft ausgebildet, die von den Mitgliedern als wohltuend empfunden wird. Es gibt einen ausgesprochen regionalen Anspruch auf Wissenstransfer. Hier sind Stärken und Schwächen allseitig bekannt. Wir sehen in der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie genauso wie unsere Gründungsväter die führende chirurgische Dachgesellschaft. Wir haben eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Gremien der Ärztekammer Thüringen und unserem regionalen Berufsverband, was uns die Gegenwart und hoffentlich auch die Zukunft gestalten hilft.
Für Chirurgen in der Mitte Deutschlands wurde 1922 in Braunschweig die Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung ins Leben gerufen. Die erste wissenschaftliche Tagung wurde 1922 im Juli in Magdeburg durchgeführt. Bis 1939 wissen wir von 30 Tagungen an wechselnden Orten von Sachsen-Anhalt, Sachsen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Die prägenden Persönlichkeiten dieser Chirurgenvereinigung waren Vorsitzende wie Payer, Völker, Guleke, Fromme und Heller. Das offizielle Publikationsorgan dieser Vereinigung war und ist das „Zentralblatt für Chirurgie“. Hier sind uns Tagungsberichte überliefert und wir können partiell das wissenschaftliche Leben heute noch rekonstruieren.

Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren mit dem Wunsch einer Neugründung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung beschäftigt. Die Verschmelzung der Chirurgischen Fachgesellschaften in Sachen und Sachsen-Anhalt erfolgte 2004. Unsere Mitgliederversammlung hatte am 28.05.2003 gegen eine Verschmelzung gestimmt und sich für eine enge Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung ausgesprochen. Die Fusionsidee wurde nicht gänzlich ad acta gelegt. Wir befanden uns bis Oktober 2007 in einer Diskussionsphase und haben mit einer schriftlichen Mitgliederbefragung (Stichtag 24.11.2007) eine endgültige Entscheidung herbeigeführt. Eine Fortsetzung der Arbeit im Rahmen der TGC wünschen danach 71% der Mitglieder, während 18% für eine Verschmelzung gestimmt und 11% sich der Stimme enthalten haben.
Unsere Vereinigung bleibt damit ein fester Bestandteil des mitteldeutschen Raumes. Wir werden auch in Zukunft bemüht sein, möglichst vielen Chirurgen Thüringens einen attraktiven Platz in der Mitte unserer Gesellschaft zu bieten.

Prof. Dr. med. Thomas Manger
Mitglied der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie e. V.
SRH Wald-Klinikum Gera gGmbH
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie
Straße des Friedens 122
07548 Gera
thomas.manger@wkg.srh.de